Das Weihnachtslied von Theodor Storm schildert einen stillen Abend, an dem die Natur selbst weihnachtlich wird: Ein Stern lacht mild herab, Tannenduft zieht durch die kalte Luft, und die Nacht erscheint hell wie von Kerzen. Der Sprecher ist davon freudig überrascht und fühlt sich von fernem Glockenklang in eine märchenhafte, heimatliche Stille gerufen.
Gegen Ende tritt das äußere Bild zurück, und das innere Erleben wird wichtiger. Ein frommer Zauber ergreift den Sprecher, er bleibt staunend und anbetend stehen. Wie ein goldener Kindheitstraum senkt sich eine Erinnerung auf ihn herab, und er spürt: Ein Wunder ist geschehen. So entsteht eine friedliche, fast andächtige Stimmung, in der Weihnachten als Moment der Heimkehr, des Staunens und kindlicher Hoffnung erscheint.