Wie ein kindlicher Blick in eine Waldlichtung, in der alles still und feierlich wird: Die Rehlein beten zur Nacht. Das klingt zart und fast märchenhaft. Das wiederholte „Habt acht!“ wirkt wie eine leise Warnung oder ein Ruf, der die Aufmerksamkeit auf diesen verborgenen Moment lenkt. Mit den halben und vollen Stunden von halb neun bis zwölf zieht sich die Zeit wie ein ruhiger Atemzug; man spürt, wie die Nacht tiefer wird und ein Höhepunkt näher rückt. Dass die Rehlein ihre „kleinen Zehlein“ falten, macht die Szene innig und ein wenig komisch, aber ohne Spott. Der Sprecher bleibt kaum greifbar – eher ein staunender Beobachter. So entsteht eine Stimmung zwischen Andacht, Kinderglaube und leiser Spannung. Man sieht die Tiere wie in einem Traum, rührend und ernst zugleich, als würde die Nacht selbst einen Moment lang den Atem anhalten.
Das Gebet — Zusammenfassung
Die Rehlein beten zur Nacht, habt acht!
Halb neun!
Halb zehn!
Halb elf!
Halb zwölf!
Zwölf!
Die Rehlein beten zur Nacht, habt acht! Sie falten die kleinen Zehlein, die Rehlein.