Christian Morgensterns «Das große Lalulā» ist ein Nonsens-Gedicht, das sich fast ganz von normaler Bedeutung löst. Statt einer Geschichte erzählt es einen rhythmischen Singsang aus erfundenen Wörtern wie «Kroklokwafzi», «praffriplo» oder «klekwapufzi». Manche Laute klingen ein bisschen feierlich oder lateinisch, andere wie kindliches Brabbeln. Dazwischen stehen Fragen, Ausrufezeichen und ein zwinkerndes «(;)», als ob eine lustige Zeremonie aufgeführt würde. Der Kehrreim «Lalu lalu lalu lalu la!» gibt dem Ganzen einen tanzenden, fast beschwörenden Schwung.
Der Sprecher wirkt ausgelassen und verspielt, wie jemand, der Sprache als reine Musik genießt. Dadurch entsteht eine heitere, leicht verträumte Stimmung, aber auch der Reiz des Geheimnisvollen. Man muss nichts verstehen – gerade das macht den Spaß aus: Der Sinn liegt im Klang, im Rhythmus und in der komischen Fantasie.