Ein verdrossener Esel sagt zu seiner Frau, beide seien so dumm, dass sie besser gemeinsam sterben sollten. Die altertümliche Wendung „seinem ehlichen Gemahl“ gibt dem Entschluss einen beinahe feierlichen Klang, der aber sofort ins Komische kippt. Der Esel klingt nach Selbstmitleid und Trotz, dabei bleibt die Sprache ganz einfach und fast kindlich. Sein Vorschlag wirkt schwer, aber auch ein wenig lächerlich, weil er so plötzlich kommt. Dann folgt die überraschende Wende: Die beiden bleiben fröhlich am Leben. Der schwermütige Plan verpufft, und genau daraus entsteht der heitere Ton. Die Verse nehmen Dummheit und Verzweiflung nicht wirklich ernst. Sie zeigen zwei Figuren, die einen großen Ausweg vorschlagen, aber dann doch lieber weitermachen. Die Stimmung ist ironisch, warm und versöhnlich: Man darf sich dumm fühlen, einen dramatischen Gedanken haben – und ihn trotzdem wieder loslassen. Das Ende macht aus der düsteren Ankündigung eine kleine Feier des ganz gewöhnlichen Weiterlebens.
Die beiden Esel — Zusammenfassung
Ein finstrer Esel sprach einmal zu seinem ehlichen Gemahl:
„Ich bin so dumm, du bist so dumm, wir wollen sterben gehen, kumm!“
Doch wie es kommt so öfter eben: Die beiden blieben fröhlich leben.