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Beliebte Gedichte

FröhlichWilhelm Busch

Die Liebe war nicht geringe

Die Liebe war nicht geringe. Sie wurden ordentlich blaß; Sie sagten sich tausend Dinge Und wußten noch immer was. Sie mußten sich lange quälen, Doch schließlich kam's dazu, Daß sie sich konnten vermählen. Jetzt haben die Seelen Ruh. Bei eines Strumpfes Bereitung Sitzt sie im Morgenhabit; Er liest in der Kölnischen Zeitung Und teilt ihr das Nötige mit.
FröhlichTheodor Fontane

* * *

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand, Und kam die goldene Herbsteszeit, Und die Birnen leuchteten weit und breit, Da stopfte, wenn’s Mittag vom Thurme scholl, Der von Ribbeck sich beide Taschen voll, Und kam in Pantinen ein Junge daher, So rief er: „Junge, wist’ ne Beer?“ Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb’ ne Birn.“ So ging es viel Jahre, bis lobesam Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam. Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit, Wieder lachten die Birnen weit und breit, Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit in’s Grab.“
ÄngstlichMatthias Claudius

Kriegslied

’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre, Und rede du darein! ’s ist leider Krieg – und ich begehre Nicht Schuld daran zu seyn! Was sollt’ ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen, Und blutig, bleich und blaß, Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen, Und vor mir weinten, was? Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten, Verstümmelt und halb todt Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten In ihrer Todesnoth? Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute, So glücklich vor dem Krieg, Nun alle elend, alle arme Leute, Wehklagten über mich?
TraurigKurt Tucholsky

Ideal und Wirklichkeit

In stiller Nacht und monogamen Betten denkst du dir aus, was dir am Leben fehlt. Die Nerven knistern … Wenn wir das doch hätten, was uns, weil es nicht da ist, leise quält. Du präparierst dir im Gedankengange das, was du willst – und nachher kriegst dus nie … Man möchte immer eine große Lange, und dann bekommt man eine kleine Dicke – Ssälawih –! Sie muß sich wie in einem Kugellager in ihren Hüften biegen … groß und blond. Ein Pfund zu wenig – und sie wäre mager … wer je in diesen Haaren sich gesonnt … Nachher erliegst du dem verfluchten Hange, der Eile und der Phantasie … Man möchte immer eine große Lange,
FröhlichJohann Wolfgang von Goethe

Heidenröslein

Sah ein Knab’ ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell es nah zu sehn, Sah’s mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein roth, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: ich steche dich, Daß du ewig denkst an mich, Und ich will’s nicht leiden. Röslein, Röslein, Röslein roth, Röslein auf der Heiden. Und der wilde Knabe brach ’s Röslein auf der Heiden;
ÄngstlichJakob van Hoddis

Weltende

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, In allen Lüften hallt es wie Geschrei. Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut. Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken. Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Gedicht des Tages

Gedichte verschiedener Stimmungen

Nachdenklich

Stille Gedanken über Zeit, Leben und Sinn

Traurig

Bei Verlust, Trauer und grauen Tagen

Verträumt

Sanft, schwebend, wie im Halbschlaf

Fröhlich

Leicht, warm und verspielt

Romantisch

Liebe, Sehnsucht und erste Blicke

Inspiriert

Gedichte, die beflügeln

Ängstlich

Rastlose Nächte und klopfende Herzen

Wütend

Feuer, Protest und Trotz

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